Syrah mit einer wilden Mischung aus fruchtigen und fast ein wenig animalischen Noten macht ihn spannend und abwechslungsreich.
Bis in die 70er Jahre hinein war das Languedoc fast eine Kolonie im zentralistischen Frankreich, und seine Winzer Lieferanten billiger Massenweine oder bestenfalls hochwertiger Verschnittweine, wenn im Bordeaux oder Burgund der Alkoholgehalt nicht ausreichte. Die Delhons gehörten schon damals zu den engagierten Produzenten, die letztlich die önologische (und politisch-kulturelle) Revolution der Region eingeleitet haben. Analog dazu hat sich ihr Betrieb, aber auch der Geschmack ihrer Weine entwickelt. Damals hat sich in manchen Jahren der rechte Genuss eher dank der politischen Überzeugung denn dank des Wohlgeschmacks des Flascheninhalts eingestellt.
Durch die Umstrukturierung des Betriebs und den Flaschenverkauf der Weine (und die damit verbundene bessere Wertschöpfung) konnte die Neubepflanzung mit modernen Rebsorten wie Merlot, Cabernet und Syrah erfolgen. Heute muss man sich manchmal ranhalten, um die leckeren Rebsortenweine in halbwegs ausreichenden Mengen zugeteilt bekommen, da die Nachfrage durch Importeuren aus USA, Japan und England oder Holland um die Mengen enorm gestiegen ist. Den qualitativen Durchbruch hat maßgeblich der Önologe Jean Natoli miterarbeitet. Heute ist er einer der engagiertesten Winzer innerhalb der Vereinigung der südfranzösischen Biowinzer AIVB und als solcher maßgeblich beteiligt am gestiegenen Ansehen der Ökoweine der Region, der Organisation einer weltweit beachteten Bioweinmesse in Narbonne und der Prämierung französischer Bioweine in Montpellier. 3 Jahre war er selbst angesehener Präsident der Organisation. Persönlich habe ich Louis nicht nur als Freund, sondern auch als qualifizierten Berater bei der Suche nach guten Fassweinen und Vermittler bei Problemen mit seinen Winzerkollegen schätzen gelernt.